Rohr

Rohr im Burgenland ist eine Gemeinde mit 376 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020) im Bezirk Güssing im Burgenland. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Nád.

Geografie: Die Gemeinde liegt im Südburgenland. Rohr im Burgenland ist der einzige Ort in der Gemeinde. 1992 wurde Rohr im Burgenland eine eigenständige Gemeinde, nachdem sie zuvor ein Teil der Gemeinde Bocksdorf war.

Geschichte: Seit über 670 Jahren trägt der Ort den Namen Rohr. Im Jahr 1346 wird "Rhoor" - so die damalige Schreibweise - erstmals in einer Urkunde erwähnt. Der Name dürfte vom dicht wachsenden Schilfrohr entlang des Zickenbaches abgeleitet worden sein. Wie lange allerdings der Ort schon vor der ersten schriftIichen Erwähnung bestanden hatte, bleibt im Dunkel der Geschichte. Jedenfalls lag Rhoor an einer wichtigen Römerstraße, die von Steinamanger in die Gegend von Leibnitz führte. Über diesen Verkehrsweg kamen deutsch sprechende Siedler aus der Gegend um Wildon in unsere Gegend. Verwaltet wurde das Gebiet von Güssing aus, und zwar von Kastellanen des ungarischen Königs. 1391 berichtet eine Urkunde, dass "Roor" - so wird der Ortsname jetzt geschrieben nicht länger im Besitz des ungarischen Königs Sigismund sei. Die neuen Herren der Roorer kommen aus Temes und nennen sich "Cheh von Leva". Ihnen folgt im Jahr 1458 das Herrschergeschlecht Ujlaki. 1524 schenkt der ungarische König dem Obermundschenk Franz von Batthyany die Herrschaft Güssing. Bis 1848 herrschen damit die Batthyanys auch über Rohr. Auf ungarisch heißt der Ort Nad, auch Nadasfalw. Seit 1922 schließlich trägt Rohr den Zusatz "im Burgenland".

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Nád verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Riednamen: Das Hottergebiet von Rohr im Burgenland ist in 23 Riede unterteilt: Auenäcker, Braunwald, Burgauwald, Erlau, Eichenäcker, Haslich, Hochleiten, Huseltal, Kirchgraben, Kolnäcker, Kukuruzleiten, Mitterbergen, Moosäcker, Mooswiesen, Ortsried, Prenty, Sandäcker, Sandweingarten, Schreiner, Theilmaß, Unterbergen, Walzer und Zicken.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Hl. Johann von Nepomuk: 200. Patrionat des Heiligen Johann von Nepomuk 1813-2013, diese Anlage wurde vom Rohrer Ehrenbürger Julius Knor gestiftet.
Kath. Filialkirche hl. Johannes von Nepomuk: ObjektID: 28782, erbaut 1812. Einschiffiger, dreijochiger Rechteckbau mit halbrunder Apsis und glattem Südturm. Platzlgewölbe zwischen Gurten. Der Altar bezeichnet 1775, die Glocke 1747.
Kriegerdenkmal: Das Soldatendenkmal neben der Kirche ist ein freistehendes Denkmal auf dreistufigen Sockel, gekrönt mit Kruzifix. Das Denkmal wurde am 31.10.1954 durch Pfarrer Josef Adam, Pfarrer in Bocksdorf, eingeweiht und im Jahr 2002 renoviert. Die Inschrift lautet: Unseren Gefallenendenkmäler - Den im Weltkriege 1914-1918 gefallenen Helden der Gemeinde Rohr zur Erinnerung gewidmet von ihren Hinterbliebenen mit Hilfe der Freunden in Amerika.
Moor: In Rohr befindet sich das größte Niedermoor Österreichs. Das Moor wird vom Zickenbach mit Wasser gespeist.
Rund ums Moor: 2,6 km langer Wanderweg zum Naturschutzgebiet Auwiesen Zickenbach.
St. Floriani-Kapelle am Friedhof: Die Kapelle wurde von Pfarrer Josef Schaffer (1808-1845) erbaut.
Zickentaler Moorochsen: Rund um das Naturschutzgebiet "Auwiesen Zickenbachtal" hat sich im südlichen Burgenland zwischen den Orten Heugraben, Eisenhüttl und Rohr eine Genussregion entwickelt. Im Mittelpunkt dieses kulinarischen Angebotes steht der "Zickentaler Moorochse". Rinder der Rassen Galloway und Angus beweiden die Randzonen und tragen zum nachhaltigen Schutz des Niedermoores des Südburgenlandes bei.

Pfarrer in Rohr im Burgenland (Quelle: Ortschronik Rohr im Burgenland, Stand 2019):
Jahr Pfarrer Anmerkung
1738 - 1744 Matthias Marinics
1744 - 1771 Matthias Behovchich
1771 - 1778 Jakob Kovácsics
1778 Georg Legath Administrator
1778 - 1783 Johann Szokoly
1783 - 1808 Matthias Hutter
1808 - 1845 Josef Schaffer
1845 - 1874 Georg Schaffer
1874 Josef Eberhard Administrator
1874 - 1884 Josef Sterr
1884 Vinzenz Peham Administrator
1884 - 1904 Franz Hatzl
1904 - 1914 Josef Bencsits
1914 - 1927 Ludwig Kiss
1927 - 1928 Anton Hawranek Administrator
1928 - 1929 Karl Holczmann
1929 Gregor Willhelm Nauen Administrator
1929 - 1930 Karl Bayer
1930 - 1934 Matthias Bischof
1934 Bernhard Lammers
1934 Stefan Horvath Aushilfe
1934 - 1940 Johann Tihany Administrator
1940 - 1941 Andreas Plank
1941 Géza Horvath
1941 - 1946 Alois Mayer Administrator
1946 - 1953 Franz Beier
1953 - 1955 Josef Adam
1955 - 1957 Karl Streck
1957 Franz Németh
1957 - 1959 Heinrich Bomers
1959 Josef Mikisits
1959 Emmerich Schöffberger
1959 - 1961 Johann Kovacs
1961 - 1962 Josef Janesz
1962 - 1964 Ernst Schermann
1964 - 1974 Alois Gombotz
1974 Franz Grozaj
seit 1974 Mag. Erich Iby



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